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Pressemitteilung 03. Dezember 2009

Drastischer Produktionseinbruch in der europäischen Fahrzeugindustrie zwingt
SÜDRAD zum Personalabbau - 180 Mitarbeiter betroffen.


Die weltweite Produktion von Pkw sowie leichten Nutzfahrzeugen wird bis zum Jahresende voraussichtlich um 19 Prozent auf 52,8 Millionen Einheiten sinken. Nach einem Rückgang um 4,5 Prozent im Jahr 2008 bedeutet die Minderung von zwölf Millionen Fahrzeugen in 2009 die niedrigste Ausbringungsmenge seit 1998!


Die Fahrzeugproduktion in Westeuropa wird gemäß ACEA in diesem Jahr mit einem Minus von 19 Prozent im Gleichschritt zur weltweiten Fertigung verlaufen. Die Einbußen in den produzierenden Schwellenmärkten Osteuropas und Asiens fallen hingegen unterproportional aus. Besonders drastisch sinken die Produktionszahlen in Nordamerika. Die NAFTA-Staaten werden nahezu ein Drittel weniger Fahrzeuge produzieren als noch im Vorjahr. Binnen zwei Jahren haben die dortigen Produzenten damit mehr als 40 Prozent ihres Produktionsvolumens eingebüßt.


Im laufenden Jahr werden 47 Prozent aller Fahrzeuge im Raum Asien-Pazifik/Mittlerer Osten produziert. 22 Prozent stammen aus westeuropäischen Werken. Der Raum NAFTA hat nur noch einen Anteil von 17 Prozent an der weltweiten Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen.


Noch verheerender wirkte sich die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise auf den Absatz bzw. die Produktion von Lkw und Lkw-Anhängern aus. 16 Monate in Folge ist nun der europaweite Nutzfahrzeugmarkt bereits im Minus. Nach ACEAPrognose muss für das Gesamtjahr 2009 mit einem Absatzminus von 50 Prozent gerechnet werden. Nach Verbandsangaben wurden zwischen Januar und September dieses Jahres in Europa knapp 1,3 Mio. Nutzfahrzeuge neu registriert. Im gleichen Zeitraum 2008 waren es noch über 1,9 Mio. Fahrzeuge. Aufgrund der zu Ende des Jahres 2008 vorhandenen äußerst hohen Lagerbestände brach die Lkw-Produktion in Europa sogar um annähernd 70 Prozent ein. In Deutschland schrumpfte die Produktion von Nutzfahrzeugen um 65 Prozent auf 237.000 Einheiten.


Bei Nutzfahrzeug-Anhänger war der Produktionseinbruch mit über 80 Prozent noch wesentlich dramatischer.

 

Die SÜDRAD hat in 2008 mit Rädern für die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie einen Umsatz von 113 Mio. Euro erwirtschaftet. Aufgrund der stark eingebrochenen Fahrzeugproduktion wird der Umsatz im laufenden Jahr mit einem Minus von 48 Prozent bei 54 Mio. Euro liegen. Die Erlöse mit Rädern aus der eigenen Produktion werden sich bis zum Jahresende um 43 Prozent verringern. Beim Fertigungsschwerpunkt Nutzfahrzeugräder wird bis zum Jahresende mit einem Umsatzrückgang von 75 Prozent gerechnet.

 

Nachdem zum Einen die für das kommende Jahr vorliegenden Bedarfsplanungen unserer Kunden keine wesentliche Verbesserung der Auftragslage zeigen sowie zum Anderen unsere Prognose für die Jahre 2011 und 2012 verdeutlicht, dass wir trotz Annahme einer spürbaren Belebung unserer Geschäfte in diesem Zeitraum zu Ende 2012 noch immer um etwa ein Drittel unter dem Niveau des Jahres 2008 liegen werden, sind wir zur Absicherung der Existenzfähigkeit des Standortes gezwungen, die aktuellen Kapazitäten den Marktbedingungen anzupassen.


Wurden in 2008 noch im Dreischichtbetrieb durchschnittlich 549 Mitarbeiter beschäftigt, so konnte in diesem Jahr die Belegschaft über die natürliche Fluktuation auf durchschnittlich 521 Mitarbeiter gesenkt werden. Mit Kurzarbeit, negativen Arbeitszeitkonten und dem Abschluss eines Tarifvertrages zur Beschäftigungssicherung wurden alle verfügbaren betrieblichen und tarifpolitischen Instrumente eingesetzt, um in diesem Jahr Entlassungen zu vermeiden und den Verlauf der Krise abzuwarten.


Der nun erkennbare nachhaltige Markteinbruch in der europäischen Fahrzeugindustrie zwingt die Gesellschafter der mefro wheels Gruppe dazu, in den fünf europäischen Einzelgesellschaften dringend notwendige, umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen einzuleiten. Eine Schließung von Fertigungsstandorten wird jedoch derzeit ausgeschlossen. Die Gesamtzahl der bei der mefro wheels Gruppe Beschäftigten soll im nächsten Jahr um rund 500 Mitarbeiter auf 1.600 Mitarbeiter gesenkt werden.


Bei SÜDRAD läuft der für dieses Jahr vereinbarte Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung zum Jahresende aus. Eine vom Betriebsrat beabsichtigte Verlängerung wurde seitens der Geschäftsführung abgelehnt. Vielmehr plant die Geschäftsführung, die Fertigungskapazitäten über die Veränderung des Schichtsystems hin zum Zweischichtbetrieb um ein Drittel zu reduzieren. Damit soll der in den nächsten Jahren auf deutlich niedrigerem Niveau verlaufenden Marktnachfrage Rechnung getragen werden. Die Reduzierung der Schichten hat zwangsläufig eine Anpassung der produzierenden Mitarbeiter zur Folge. Zudem sollen entsprechend der geringeren Fertigungsvolumen auch die Nebenbetriebe sowie alle kaufmännischen und technischen Bereiche und Zentralfunktionen personell angepasst werden.

 

Betriebsrat und Geschäftsführung führen Gespräche, eine Transfergesellschaft einzusetzen, um alle betroffenen Mitarbeiter/-innen so umfassend wie möglich bei der Qualifizierung und Vermittlung neuer Arbeitsverhältnisse zu unterstützen.